Autor Deutsche Lichtmiete®
Kategorie Elektrotechnik
Aktualisiert 17.09.19
Lesedauer 4 min.

Die befähigte Person ist ein Begriff, der im Arbeitsumfeld häufiger auftaucht. Sie darf die Sicherheit von Anlagen, Arbeitsmitteln und Arbeitsplätzen mithilfe geeigneter Prüfverfahren feststellen. Die Bezeichnung befähigte Person wird allerdings nicht nur im Zusammenhang mit der Prüfung elektrischer Maschinen und Anlagen benutzt. Die Berufsgenossenschaft und andere Träger fordern auch bei anderen Prüftätigkeiten den Einsatz einer befähigten Person. In diesem Artikel erfahren Sie, wie der Begriff definiert ist, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen und welche Pflichten Unternehmen haben.

Definition: Was ist eine befähigte Person?

Nach der Betriebssicherheitsverordnung §2 lautet die Definition:

„Befähigte Person im Sinne dieser Verordnung ist eine Person, die durch ihre Berufsausbildung, ihre Berufserfahrung und ihre zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Fachkenntnisse zur Prüfung der Arbeitsmittel verfügt.“

Diese Definition soll sicherstellen, dass nur Personen mit entsprechender Fachkenntnis zur befähigten Person werden. Sie bietet aber auch Platz für Interpretationen. Die Berufsausbildung lässt sich eindeutig auf eine elektrotechnische Berufsausbildung oder bei Bedarf auf ein Studium eingrenzen. Die Beurteilung der Berufserfahrung und der zeitnahen beruflichen Tätigkeit hingegen unterliegt dem Unternehmer beziehungsweise Arbeitgeber.

Die zeitnahe berufliche Praxis wird in der Regel so verstanden, dass die Person im Umgang mit den Mess- und Prüfmitteln aus ihrem beruflichen Alltag heraus vertraut ist.

In der TRBS 1203 (Technische Regel für Betriebssicherheit) ist weiterhin zur Berufserfahrung folgender Satz zu finden:

„(...) die befähigte Person für die Prüfungen zum Schutz vor elektrischen Gefährdungen eine mindestens einjährige Erfahrung mit der Errichtung, dem Zusammenbau oder der Instandhaltung von elektrischen Arbeitsmitteln oder Anlagen besitzen.“

Abgrenzung zur Elektrofachkraft, Sachkundigen und Sachverständigen

Der Begriff Sachkundiger wurde früher von der Berufsgenossenschaft und anderen Trägern verwendet. Er bezeichnet im Wesentlichen die gleichen Eigenschaften, wie sie heute für eine befähigte Person vorausgesetzt werden. Sie können diese beiden Begriffe also gleichsetzen. In der Fachliteratur wird der Sachkundige über die Jahre dem Begriff der befähigten Person weichen.

Den Status der Elektrofachkraft erhalten Personen mit einer Ausbildung im elektrotechnischen Bereich, sofern sie auch in ihrem Fachgebiet arbeiten. Er bleibt im Regelfall immer erhalten, sofern die Person nicht über einen längeren Zeitraum fern ihres Fachs angestellt wird. Prinzipiell kann eine Elektrofachkraft in den meisten Bereichen zur befähigten Person werden, indem sie sich die nötige berufliche Praxis aneignet. Eventuell ist auch eine Schulung bezüglich der Prüfmittel nötig.

Ein Sachverständiger ist eine Person mit einem weit überdurchschnittlichen Fachwissen auf einem bestimmten Gebiet. Er wird beispielsweise von Gerichten hinzugezogen, wenn es um die Klärung fachlicher Fragen geht. Auch die Handwerkskammer kann einen Sachverständigen für Elektrotechnik zur Begutachtung einer Handwerkerleistung oder eines Elektroschadens heranziehen. Der Sachverständige benötigt nicht nur die berufliche Ausbildung, sondern auch ein tiefgreifendes Verständnis für die gesamte Anlage und eine umfangreiche praktische Erfahrung.

Pflichten des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber ist gemäß der Betriebssicherheitsverordnung verpflichtet, für die Prüfung von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen befähigte Personen zu beauftragen. Diese dürfen durch ihre Prüftätigkeit nicht benachteiligt werden und unterliegen auch keinen Weisungen. Sie führen die Prüfung also selbstständig und in eigener Verantwortung aus.

In jedem Fall ist vom Arbeitgeber ein eindeutiger Prüfauftrag anzulegen. Weiterhin muss er dafür Sorge tragen, dass nur Personen mit der entsprechenden Befugnis Zugang zu elektrischen Anlagen erhalten und die Prüfung durchführen. Das bedeutet, dass er nur Personen als befähigt heranziehen kann, wenn sie die in der Definition genannten drei Eigenschaften erfüllen. Wieder gilt: Wieviel Berufserfahrung für die Erledigung der jeweiligen Aufgabe nötig ist, liegt im Ermessen des Unternehmers.

Ist im eigenen Betrieb keine geeignete befähigte Person vorhanden oder sprechen andere Gründe dagegen, kann der Arbeitgeber die Prüfung extern beauftragen. Er wird sich in diesem Fall an einen Elektrofachbetrieb wenden, die dann eine befähigte Person zur Prüfung entsenden kann. Eine genaue vertragliche Abstimmung zwecks Aufgaben und Pflichten der befähigten Person ist hier wichtig.

Aufbauende Qualifikationen

Befähigte Personen verfügen über eine fundierte Ausbildung und Berufserfahrung auf einem bestimmten Fachgebiet. Durch eine gezielte Weiterbildung ist möglicherweise der Weg zum Sachverständigen nicht mehr weit. Je nach Einsatzgebiet wird meist ein Meister, Techniker oder ein Studium auf dem Fachgebiet Elektrotechnik gefordert. Teilweise gehört auch hier wieder eine gewisse Berufserfahrung zu den Zulassungsvoraussetzungen.

Weblinks

Bestellung zur befähigten Person

Ein Musterformular für die Bestellung zur befähigten Person für die Prüfung elektrischer Arbeitsmittel stellen wir Ihnen unter dem nachfolgenden Link kostenlos zur Verfügung.