Autor Deutsche Lichtmiete®
Kategorie Elektrotechnik
Aktualisiert 17.09.19
Lesedauer 5 min.

In einem großen Betrieb kann eine Elektrofachkraft nicht überall sein. Für bestimmte Arbeiten kann eine elektrotechnisch unterwiesene Person (kurz euP) einer Elektrofachkraft eine Vielzahl an einfachen Tätigkeiten abnehmen und somit Betriebsabläufe beschleunigen. Welche Tätigkeiten dies umfasst und was dabei beachtet werden muss, haben wir im nachfolgenden Text für Sie zusammengefasst. Des Weiteren finden Sie am Ende des Beitrags die Möglichkeit, ein Musterformular für die Bestellung einer elektrotechnisch unterwiesenen Person anzufordern.

Definition: Was ist eine elektrotechnisch unterwiesene Person?

Grundsätzlich ist der Betreiber einer Anlage für deren sicheren Betrieb zuständig. Die Verantwortung für elektrotechnische Arbeiten liegt jedoch im Bereich der zuständigen Elektrofachkraft. Diese Elektrofachkraft kann auch darüber entscheiden, ob sie eine elektrotechnisch unterwiesene Person für Hilfsarbeiten einsetzen möchte. Die Verantwortung für die von der euP durchgeführten Arbeitsschritte obliegt allerdings der Elektrofachkraft.

Nach Definition der DIN VDE 0105-100 handelt es sich bei der euP um eine Person, die „durch eine Elektrofachkraft über die ihr übertragenen Aufgaben und möglichen Gefahren bei unsachgemäßem Verhalten unterrichtet und erforderlichenfalls angelernt sowie über die notwendigen Schutzeinrichtungen und Schutzmaßnahmen belehrt wurde.“

Somit darf eine elektrotechnisch unterwiesene Person bestimmte elektrische Arbeiten ausführen, wenn im Voraus eine Unterweisung durch eine Elektrofachkraft erfolgte. Diese Hilfsarbeiten sind in Abständen von einer Elektrofachkraft auf die ordnungsgemäße Ausführung zu kontrollieren.

Typische Aufgaben und Abgrenzung zum elektrotechnischen Laien

Ein elektrotechnischer Laie (eL) darf ausschließlich Sicherungselemente wechseln, im Notfall die Anlage ausschalten und zur allgemeinen Bedienung vorgesehene Elemente betätigen. Für alle weiteren Arbeiten, bei denen sich eine Person nur in der Nähe von spannungsführenden Teilen befindet, muss sich der Laie an eine Elektrofachkraft wenden. Arbeiten in der Nähe von Spannungen dürfen Laien nur ausführen, wenn eine entsprechende Begrenzung der Energie jegliche Gefährdung der Gesundheit ausschließt. Die elektrotechnisch unterwiesene Person kann hingegen mit einfachen Wartungsarbeiten betraut werden.

Zu typischen Aufgaben zählen:

  • tägliche Sichtkontrollen
  • Reinigungsarbeiten
  • Arbeiten in der Nähe von unter Spannung stehenden Teilen
  • Spannungsprüfungen und Arbeiten unter Spannung bis 50V Wechselspannung bzw. 120V Gleichspannung

Weiterhin ist die Wiederholungsprüfung von ortsveränderlichen Geräten erlaubt, sofern die euP mit einer befähigten Person zusammenarbeitet. Eine befähigte Person ist, nach den Technischen Regeln der Betriebssicherheit (TRBS) 1203, eine Person mit einer elektrotechnischen Ausbildung und einer mindestens einjährigen Berufserfahrung in der Errichtung oder Instandhaltung von elektrischen Anlagen.

Weiterbildung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten

Die elektrotechnisch unterwiesene Person ist immer an die Anweisung einer Elektrofachkraft gebunden und darf nicht eigenständig in Aktion treten. Die Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) hingegen ist in einem speziellen Bereich so ausgebildet, dass sie wie eine Elektrofachkraft eigenständig agieren und handeln darf. Eine Unterweisung von der betriebsinternen Elektrofachkraft reicht somit nicht aus.

Um sich als EFKffT zu qualifizieren, ist eine Schulung zu absolvieren. Voraussetzung zur Anmeldung ist üblicherweise eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung. Die Ausbildung zur EFKffT dauert dann in der Regel zehn Schulungstage mit anschließender Prüfung in Theorie und Praxis. Bei Bestehen der Prüfung dürfen EFKffT in ihrem Bereich „gleichartige, sich wiederholende elektrotechnische Arbeiten an Betriebsmitteln, die vom Unternehmer in einer Arbeitsanweisung festgelegt sind“ in eigener Verantwortung ausführen.

Unterrichtung über Gefahren und Schutzmaßnahmen

Wie in der Definition beschrieben, muss eine elektrotechnisch unterwiesene Person (euP) durch eine Elektrofachkraft über Gefahren und Schutzmaßnahmen unterrichtet werden. Diese Hürde können Sie entweder im eigenen Betrieb oder bei einer externen Schulung überwinden. Eine Schulung zur elektrotechnisch unterwiesenen Person des TÜV beispielsweise dauert einen Tag und beinhaltet die wichtigsten Grundlagen.

Die Unterweisung können Elektrofachkräfte selbst durchführen. In jedem Fall sollten die Inhalte der Unterweisung schriftlich dokumentiert werden. Wichtig hierbei: Elektrotechnisch unterwiesene Personen (euP) müssen umfangreich über alle Gefahren des elektrischen Stroms und die Wirkung der Schutzmaßnahmen aufgeklärt werden. Eine rein mündliche, kurze Unterweisung in der Pause reicht bei weitem nicht aus. Bedenken Sie, dass die Elektrofachkraft die Verantwortung für die Handlungen der elektrotechnisch unterwiesenen Person (euP) übernehmen muss.

Arbeiten an Beleuchtungsanlagen

Die Wartung und Erneuerung der Beleuchtungsanlagen ist ein typisches Einsatzgebiet für eine elektrotechnisch unterwiesene Person (euP). Sie darf einfache, sich wiederholende Arbeitsschritte unter Leitung einer Elektrofachkraft ausführen. Das Tauschen von Leuchtmitteln oder Startern fällt beispielsweise in diesen Bereich.

Sofern die Spannungsfreiheit (nach den 5 Sicherheitsregeln) gesichert ist und eine Einweisung erfolgte, kann die elektrotechnisch unterwiesene Person ebenso komplette Leuchten auswechseln. Die ordnungsgemäße Montage und der Anschluss sind allerdings durch eine Elektrofachkraft zu prüfen. Eine permanente Kontrolle durch die Elektrofachkraft ist nicht notwendig. Diese sollten stichprobenartig die Arbeitsleistung kontrollieren, da sie die volle Verantwortung tragen. Da Elektrofachkräfte für die unterstellten elektrotechnisch unterwiesenen Personen verantwortlich sind, sollte dies selbstverständlich sein.

Kontrolle durch die Elektrofachkraft unerlässlich

Grundsätzlich sind elektrotechnisch unterwiesenen Personen alle Arbeiten in Eigenregie untersagt, sofern sie nicht ausdrücklich durch eine Elektrofachkraft in deren Ausführung unterrichtet wurden. Da es der elektrotechnisch unterwiesenen Person (euP) an grundlegendem Fachwissen fehlt, sollte sie nur für Arbeiten eingesetzt werden, bei denen keine Gefahr der Berührung von spannungsführenden Teilen besteht.

Wichtig zu wissen: Erlaubt ist es euP lediglich, unter Verwendung geeigneter Prüfgeräte die Prüfung ortsveränderlicher Geräte (Steckdosenleisten etc.) vorzunehmen. Die Inbetriebnahme oder Wiederholungsprüfung ortsfester Anlagen muss von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden. Die euP fungiert hierbei nur unterstützend.

Bestellung einer elektrotechnisch unterwiesenen Person

Sie benötigen ein Musterformular für die Bestellung zur elektrotechnisch unterwiesenen Person? Dieses und weitere kostenlose Musterformulare finden Sie unter dem nachfolgenden Link.