Autor Deutsche Lichtmiete®
Kategorie Elektrotechnik
Aktualisiert 17.09.19
Lesedauer 4 min.

Elektrotechnischer Laie (eL) ist jede Person, die über keinerlei elektrotechnische Ausbildung oder Unterweisung verfügt. Dabei ist der Aufgabenkreis stark eingeschränkt, da Arbeiten an Elektroanlagen immer mit einem hohen Unfallrisiko verbunden sind. Erfahren Sie in diesem Artikel, wer als elektrotechnischer Laie gilt, welche Arbeiten erlaubt sind und wie sich ein eL weiterqualifizieren kann.

Definition: Was ist ein elektrotechnischer Laie?

Offiziell ist ein elektrotechnischer Laie, wer weder eine elektrotechnisch unterwiesene Person (euP) noch Elektrofachkraft (EFK) ist. Diese Definition schließt fast alle Personen ein, da nur ein kleiner Teil über eine nachweisbare elektrotechnische Ausbildung oder elektrotechnische Unterweisung verfügt. Dabei sollte beachtet werden, dass eine einfache mündliche Unterweisung einen Laien nicht automatisch zur elektrotechnisch unterwiesenen Person befördert.

Wer in einem speziellen Bereich über keinerlei Erfahrung und Unterweisung verfügt, zählt ebenso als Laie. Eine Unterweisung in der Prüfung von ortsveränderlichen Anlagen gilt ausschließlich nur für diese Anlage. An einer ortsfesten Anlage gelten Sie wiederum als Laie. Zur Erklärung: Als ortsveränderliche Anlage zählt alles, was Sie während des Betriebes am Stromnetz bewegen können. Jede Anlage, auf die das nicht zutrifft, gilt als ortsfest. Selbst Elektrofachkräfte können in einem Bereich als elektrotechnischer Laie angesehen werden, wenn eine nötige Spezialausbildung fehlt.

Rechte & Pflichten: Was darf ein elektrotechnischer Laie?

Grundsätzlich darf jeder Laie Geräte und Anlagen an den dafür vorgesehenen Schalteinrichtungen bedienen. Dies umfasst sowohl das Ein- und Ausschalten von Anlagen als auch das Verbinden und Trennen von Steckern. Wenn Fehler auftreten oder schwerwiegende Veränderungen an der Anlage nötig sind, muss eine Elektrofachkraft hinzugezogen werden. Im Fehlerfall ist es zur Unfallverhütung erlaubt, eine elektrotechnische Anlage beispielsweise durch Ausschalten der Sicherung oder Entfernen des Netzsteckers vom Stromnetz zu trennen.

Elektrotechnische Arbeiten sind für Laien größtenteils untersagt. In Betracht kommen überwiegend reinigende und unterstützende Tätigkeiten. Solange keine Gefahr der direkten Berührung von stromführenden Leitern besteht, ist das Wechseln von Leuchtmitteln oder Startern (z. B. LED-Starterbrücken) grundsätzlich erlaubt. Des Weiteren dürfen Laien periodische Tests von FI-Schutzschaltern durchführen sowie Sicherungseinsätze austauschen.

Begrenzter Aufgabenbereich für Arbeiten mit elektrischer Spannung

Alle Aufgaben, die elektrotechnische Laien mit einer elektrischen Spannung in Kontakt bringen könnten, dürfen nicht ausgeführt werden. Bei der Arbeit in der Nähe von elektrotechnischen Anlagen sollte beachtet werden, dass nicht versehentlich ein Kontakt mit einem Werkzeug an der Elektroanlage entsteht. Für Spannungen bis 50 Volt Wechselspannung beziehungsweise 120 Volt Gleichspannung gilt dies nicht. Spannungen unterhalb dieser Werte gelten als ungefährlich.

Elektrotechnischen Laien ist es untersagt, Veränderungen an elektrischen Anlagen und Geräten vorzunehmen. Das bedeutet, dass alle Arbeiten, bei denen in die Elektroanlage eingegriffen wird, nicht durchgeführt werden dürfen. Dies gilt vor allem für Klemmarbeiten in der Unterverteilung, Kleinstarbeiten wie das Reparieren eines defekten Schuko-Steckers oder der Austausch eines Lichtschalters. Diese Aufgaben sollten Sie fachlich geschultem Personal überlassen, da bei falscher Handhabung Gefahr für Mensch und Maschine entstehen können.

Weiterqualifizierung zur elektrotechnisch unterwiesenen Person

Ein elektrotechnischer Laie kann entweder durch eine Ausbildung bei verschiedenen Trägern oder durch eine Unterweisung einer betriebsinternen Elektrofachkraft zur elektrotechnisch unterwiesenen Person (euP) aufsteigen. „Elektrotechnisch unterwiesen“ bedeutet, dass Sie über die Gefahren des elektrischen Stroms an Ihrem Arbeitsplatz unterrichtet wurden und diese zu vermeiden wissen. Diese Unterweisung ist in jedem Fall schriftlich zu dokumentieren.

Der Aufstieg zur elektrotechnisch unterwiesenen Person vergrößert die Befugnisse und den möglichen Einsatzbereich enorm. Als elektrotechnisch unterwiesene Person (euP) dürfen Sie nicht nur Anlagen überwachen und bedienen, sondern auch mit einer Vielzahl an Hilfsarbeiten betraut werden. Diese Möglichkeit wird in Betrieben gern genutzt, um Routinetätigkeiten auf die unterwiesenen Personen zu übertragen und die verantwortlichen Elektrofachkräfte zu entlasten.

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