Autor Deutsche Lichtmiete®
Kategorie Energieeffizienz
Aktualisiert 30.10.19
Lesedauer 6 min.

Hemnisse durch hohe Investitionen

Steigende Energiepreise und ein wachsendes Umweltbewusstsein führen bei immer mehr Unternehmen dazu, Energiekosten senken zu wollen. Immerhin machen diese etwa zehn Prozent der gesamten Produktionskosten eines Unternehmens aus; bei produzierenden Unternehmen wie bei der Metallverarbeitung oder Papierindustrie noch deutlich mehr. Häufig wird unterschätzt, wie viel Unternehmen sparen könnten. Besonders im Industriebereich gibt es Energieeinsparpotenziale, die lange nicht erschöpft sind.

Nicht immer ist es nur die Kenntnis um Energieeinsparungspotentiale, sondern auch finanzielle Mittel, die fehlen. Verfügbare Finanzmittel fließen lieber in das Kerngeschäft, anstatt in Neuerungen, die Energie und Strom sparen und damit gebundenes Kapital freisetzen würden. Im Folgenden finden Sie einige Maßnahmen, mit denen Sie als Unternehmen gezielt, auch ohne ein große Investitionen, Ihre Energiekosten sofort senken können.

Wo Sie Energiekosten einsparen können

Energiekosten fallen in jedem Unternehmen an. Von der Produktion über die Heizung bis zur Industriebeleuchtung – um schnell zu sparen, lohnt sich die Einzelbetrachtung energieverbrauchender Anlagen. Die höchsten Einsparungspotenziale liegen in folgenden Bereichen:

  • Kälte- und Kühlungseinrichtungen
  • Elektrische Antriebe (z. B. Motoren)
  • Produktion
  • Beleuchtung
  • Wärmeversorgung und Abwärme
  • Druckluftanlagen
  • Lüftungsanlagen


Wie viel Energie in den jeweiligen Bereichen gespart werden kann, ist unterschiedlich. Laut der deutschen Energieagentur dena können die Einsparungen bei der Beleuchtung prozentual am höchsten ausfallen. Hier können bis zu 70 Prozent Kosten gespart werden, bei vergleichsweise geringem Aufwand. Direkt dahinter folgen die Druckluftanlagen mit bis zu 50 Prozent, Pumpensysteme, Wärmeversorgung sowie Kälte- und Kühlwasseranlagen mit bis zu 30 Prozent und Lüftungsanlagen mit bis zu 25 Prozent möglicher Energiekosteneinsparung.

Maßnahmen zur Energieeinsparung

Der Industriesektor in Deutschland ist mit etwa 22.000 Unternehmen und rund 5 Millionen Mitarbeitern besonders auf Energieeffizienz angewiesen. Diese Unternehmen verbrauchen zusammen etwa 42 Prozent des gesamten Stroms in Deutschland. (Stand: 2016) Aufgrund der steigenden Energiepreise und der begrenzten Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen ist ein effizienter Umgang mit Energie in der Industrie also unausweichlich.

Beleuchtung

  • Tauschen Sie Glühlampen, HQL- und HQI-Leuchten sowie Leuchtstoffröhren n Büros und Industriehallen gegen LED-Industrieleuchten aus. Der Austausch spart bares Geld. Ein netter Nebeneffekt: Es entsteht keine Abwärme mehr, so können Sie gleichzeitig die Kosten für die Klimaanlage minimieren.
  • Verbessern Sie Ihre Lichtlenkung und rüsten Sie beispielsweise Ihre Reflektoren nach. Durch die Reflektion benötigen Sie weniger Leuchten für eine optimale Ausleuchtung und sparen damit automatisch Energiekosten.
  • Je nach der Art der Nutzung eines Raumes lohnt es sich, Ihre Wände und Decken weiß zu streichen. Auch hier müssen durch die Nutzung der Lichtreflektion weniger Leuchten verbaut werden.
  • Tipp: Berechnen Sie das Einsparpotenzial der LED-Umrüstung mit dem Stromsparrechner.

Kälte- und Kühlungseinrichtungen

  • Kontrollieren Sie die Temperaturen: Bei -18 Grad Celsius wird etwa ein Viertel weniger Energie verbraucht als bei -23 Grad Celsius.
  • Verkürzen Sie den Aufenthalt in Kälteräumen durch eine sinnvolle Anordnung und verhindern Sie, dass Kälte unnötig entweichen kann.
  • Schalten Sie Kältemöbel bei Nichtgebrauch ab und optimieren Sie Ihre Abtauzeiten.
  • Regelmäßige Reinigungen, Wartungen und frühzeitige Instandhaltungen erhalten die Energieeffizienz moderner Kälteanlagen
  • Lampen können Wärme verursachen und sollten in gekühlten Räumen nur bei Bedarf eingesetzt werden. Steigen Sie hier auf LED um, haben Sie einen doppelten Spareffekt.

Elektrische Antriebe

  • Knapp 80 Prozent des Stromverbrauches in der Industrie werden von elektrischen Antrieben verursacht. Berechnen Sie für Ihre Maschinen (Motoren, Kompressoren und Fließband-Antriebe), ob sich eine energieeffizientere Neuanschaffung lohnt.
  • Setzen Sie energieeffiziente Geräte und Pumpen sowie effiziente Lüftungs- und Druckluftsysteme ein. So sparen Sie Energie und senken Ihren Stromverbrauch.

Produktion

  • Wenn Ihr Energieverbrauch zu groß ist, ist es sinnvoll, Ihre Maschinen bei Nichtgebrauch abzuschalten. Denken Sie auch an Zusatzgeräte und kleine Apparate, um Energie und Strom zu sparen.
  • Ihre Leistungskosten sinken, wenn Sie darauf achten, dass möglichst wenige Großverbraucher zur gleichen Zeit laufen.
  • Produzieren Sie im Niedertarifbereich, wenn es Ihnen möglich ist.
  • Passen Sie Druckluftanlagen mit Schaltuhren an ihren wirklichen Bedarf an, so verringern Sie auch Lärm.
  • Koordinieren Sie Vorhaltezeiten und Temperaturen Ihrer Infrastruktur wie Heizung, Lüftung, Kälte und Wasser.
  • Das Warmwasser muss nicht heißer als 60 Grad sein. So sparen Sie Energie und minimieren zudem die Kalkausscheidung.
  • Prüfen Sie die Isolierung von diversen Aggregaten. Kann hier etwas verbessert werden?

Wärmeversorgung und Abwärme

  • Rüsten Sie Ihre automatische Heizungssteuerung und Abgasklappen nach.
  • Nutzen Sie, wenn möglich, Solarthermie.
  • Lassen Sie Ihre Heizungsanlagen jährlich kontrollieren, reinigen und warten.
  • Wenn sich Ihre Heizkörper in der Nähe von Außentüren befinden, stellen Sie sie auf Frostschutz und arretieren Sie die Ventile.
  • Nutzen Sie die verlorene Wärme für die Warmwasserbereitung, im Winter kann die Abwärme zusätzlich die Heizung unterstützen.
  • Im Büro sollten Heizkörper möglichst freistehen. Sorgen Sie dafür, dass mögliche Verkleidungen entfernt werden und optimieren Sie die Aufstellung der Möblierung.

Druckluftanlagen

  • Vor allem große Kompressoren erzeugen enorm viel Wärme. Nutzen Sie diese Abwärme sinnvoll und unterstützen Sie so Ihre reguläre Gebäudeheizung.
  • Minimieren Sie Luftlecks und sorgen Sie für eine hochwertige Kompressorsteuerung. Auch so lässt sich Energie sparen.
  • Auch bei Druckluftanlagen lohnt es sich, Zeitschaltuhren anzubringen.
  • Reduzieren Sie Druckverluste, indem Sie z. B. weniger Kompressoren nutzen und minderwertige Technik austauschen.

Lüftungsanlagen

  • Führen Sie regelbare Lüfter und Sensoren ein. Das garantiert eine angemessene Lüftung je nach Luftqualität.
  • Verringern Sie die Strömungsgeschwindigkeit, dadurch vermeiden Sie auch Druckunterschiede.
  • Bauen Sie Wärmetauscher ein, dadurch sind große Heizkostenersparnisse möglich.
  • Lassen Sie Ihre Filter regelmäßig reinigen; das ist wichtig für Ihre Energieeffizienz und die Hygiene.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Fenster geschlossen sind und führen Sie gezielte Stoßlüftung durch.
  • Tipp 1: Fangen Sie an, Ihren Stromverbrauch und Ihren Energieverbrauch zu beobachten.
  • Tipp 2: Versuchen Sie, Energieeffizienz in das Bewusstsein aller Mitarbeiter zu rufen.
  • Tipp 3: Vermeiden Sie die Anschaffung günstiger Maschinen mit hohem Energieverbrauch. Energieeffiziente Geräte amortisieren sich durch ihre Energieeinsparung fast von selbst.
  • Tipp 4: Achten Sie auch auf Details: Sind Fenster und Türen in den Büros nach Feierabend geschlossen? Ist die Heizung ausgestellt? Brennt das Licht? Sind elektrische Geräte, die nicht in Betrieb sein müssen, ausgeschaltet?