Autor Deutsche Lichtmiete®
Kategorie Elektrotechnik
Aktualisiert 17.09.19
Lesedauer 3 min.

Schon lange ist wissenschaftlich bewiesen, dass Licht nicht nur den visuellen Bedürfnissen dient, sondern einen positiven Einfluss auf den Menschen, seine Emotionen und den Organismus haben kann. Auch deshalb stellen moderne Beleuchtungslösungen den Menschen und seine Gesundheit immer mehr in den Mittelpunkt. Diese Art von Beleuchtungskonzept, bei dem die Stimmung, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Nutzer im Vordergrund stehen, wird Human Centric Lighting (HCL) oder übersetzt „biologisch wirksames Licht“ genannt. HCL ist eine an Menschen angepasste Lichtlösung, die dafür sorgt, dass die natürliche Beleuchtung und ihre biologische Wirkung in Innenräume gebracht wird. Human Centric Lighting ergänzt das vorhandene Tageslicht durch die passende Helligkeit und Lichtfarbe.

Die innere Uhr des Menschen

Zapfen und Stäbchen im Auge sind Sinneszellen, die für das Sehen am Tag und bei Nacht zuständig sind. 2009 wurde diese Theorie von amerikanischen Wissenschaftlern der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore erweitert. Der Neurowissenschaftler King-Wai Yau und sein Forscherteam entdeckten weitere Nervenzellen in der Netzhaut des Auges, die auf besonders helles Licht reagierten. Sie fanden heraus, dass die Zellen nicht dem Sehen dienen, sondern der inneren Uhr eines Menschen und zugleich für die Pupillenerweitung zuständig sind.

Sobald die Sensoren durch sehr helles Licht aktiviert werden, wird ein starkes, wenn auch langsames Signal an das Gehirn gesandt. Die Forscher gehen davon aus, dass der Mensch mithilfe der Sensoren langsame Veränderungen der Lichtverhältnisse am Tag wahrnehmen kann und so seinen Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert.

Biologisch wirksames Licht

Immer mehr Lichtlösungen sind darauf ausgerichtet, das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen positiv zu beeinflussen. Mit HCL-Konzepten können Lichtplaner, Architekten und Ingenieure so die Lebensqualität von Menschen verbessern. An die jeweilige Situation und Tageszeit angepasste Lichtfarbe und -stärke, fördern den Biorhythmus des Menschen, die Gesundheit und das Wohlbefinden, verhindern Schlafstörungen und sorgen für mehr Leistungsfähigkeit und Konzentration. Dafür wird die Beleuchtung einfach an dem natürlichen Tageslichtverlauf ausgerichtet. So können bestmögliche Lichtverhältnisse und Beleuchtungsqualität garantiert werden.

Erfolgreiche Vorreiter von Human Centric Lighting

Sportler, deren Wettkämpfe überall auf der Welt stattfinden, verwenden schon lange verschiedene Methoden, um ihre innere Uhr auszutricksen. Sowohl Formel 1-Fahrer Nico Rosberg als auch olympische Schwimmer kleben ihre Hotelfenster ab oder die Vorhänge so zusammen, dass nicht mal der kleinste Sonnenstrahl eine Chance hat, in das Zimmer einzudringen. Die Formel 1-Piloten wollen ihren Körper so davon überzeugen, dass er sich noch in Europa befindet, um auch zu späteren Zeiten Bestleistungen abrufen zu können.

Schwimmer wie Paul Biedermann, Marco Koch und Co. gingen 2016 in Rio de Janeiro noch einen Schritt weiter, um ihren Biorhythmus mit Hilfe von Licht umzustellen. Speziallampen simulierten für sie die europäische Sommerzeit. Diese Methoden verfolgen das gleiche Ziel wie Human Centric Lighting: Das Licht wird an den Menschen angepasst.