Autor Deutsche Lichtmiete
Kategorie Elektrotechnik
Aktualisiert 17.09.19
Lesedauer 6 min.

Der Begriff der verantwortlichen Elektrofachkraft wird für Personen benutzt, die eine fachliche und eventuell auch disziplinarische Weisungsbefugnis gegenüber anderen Elektrofachkräften hat. Die verantwortliche Elektrofachkraft ist vom Arbeitgeber einzusetzen, wenn in einem Bereich mehrere Elektrofachkräfte arbeiten. Sie dient weiterhin zur Koordination und Überwachung von Elektroarbeiten. Wer zur verantwortlichen Elektrofachkraft bestellt werden kann und welche Aufgaben diese Position beinhaltet, erfahren Sie in diesem Artikel.

Definition der verantwortlichen Elektrofachkraft

Für den Begriff verantwortliche Elektrofachkraft, kurz vEFK, existiert keine eindeutige Definition. In der VDE 0105-100 ist lediglich der Begriff der Elektrofachkraft definiert. Allerdings wurde der Begriff in der DIN VDE 1000-10 „Anforderungen an die im Bereich der Elektrotechnik tätigen Personen“ aufgenommen. Er bezieht sich auf die Fürsorgepflicht des Arbeitsgebers und soll ein sicheres Arbeiten an Elektroanlagen in Ihrem Betrieb sicherstellen. Dabei sind auch andere Begriffe wie elektrotechnischer Laie und elektrotechnisch unterwiesene Person definiert, um die Befugnisse verschiedener Personen möglichst genau festzulegen.

Einsatzbereiche der verantwortlichen Elektrofachkraft

Eine vEFK wird benötigt, um die Zusammenarbeit mehrerer Elektrofachkräfte zu koordinierenoder neue Fachkräfte in den Arbeitsbereich einzuweisen. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass in einem Konzern für jede Werkstatt schriftlich eine verantwortliche Elektrofachkraft bestellt werden muss. In vielen Fällen ergibt sich die Position der vEFK auch durch die Organisationsstruktur des Unternehmens.

In einem Elektrofachbetrieb beispielsweise gilt automatisch der Handwerksmeister als verantwortliche Elektrofachkraft. In den meisten Fällen ist er auch Inhaber des Betriebes. Er kennt die Arbeitsbereiche aller Elektrofachkräfte genau und ist somit fachlicher und disziplinarischer Vorgesetzter zugleich. Auch in größeren Elektrowerkstätten gilt die jeweilige Person mit der fachlichen Weisungspflicht als verantwortliche Elektrofachkraft. Meist hat der Werkstattleiter die Position inne, sofern dieser einen der oben genannten Abschlüsse in der Elektrotechnik besitzt. Häufig werden auch andere Begriffe mit gleichem Aufgabengebiet verwendet, wie bei einem Netzbetreiber die „Technische Führungskraft“.

Schwieriger wird die Situation, wenn ein Werkstattmeister existiert, der allerdings selbst keine Elektrofachkraft ist. Ihm fehlt hier eindeutig die Kenntnis der einschlägigen Vorschriften und Normen, um die sichere Gestaltung der Arbeitsplätze zu gewährleisten. In diesem Fall müsste zur Überwachung der Elektroarbeiten eine verantwortliche Elektrofachkraft aus einem anderen Bereich bestellt werden. Dies könnte zum Beispiel der Elektromeister des benachbarten Bereichs sein.

Aufgaben und Befugnisse

Die verantwortliche Elektrofachkraft überwacht und koordiniert die Arbeiten mehrerer Elektrofachkräfte in einem Unternehmen oder einer Abteilung. Dazu muss sie über eine entsprechende fachliche Ausbildung und die Eignung als Führungskraft verfügen. Der Abschluss einer Meister- oder Technikerschule, eines Studiengangs oder einer vergleichbaren Ausbildung wird vorausgesetzt. Eine lange Berufserfahrung ist für die Durchführung der Aufgaben von Vorteil, da verantwortliche Elektrofachkräfte gegenüber anderen Fachkräften fachlich überlegen sein müssen.

Aufgaben in der Beleuchtungstechnik

An Beleuchtungsanlagen dürfen verantwortliche Elektrofachkräfte alle anfallenden Arbeiten übernehmen. Das umfasst den Austausch bestehender oder die Berechnung neuer Lampen sowie deren Einbindung in vorhandene Stromkreise. Außerdem führen Sie alle notwendigen Messungen durch und nehmen die Anlagen wieder in Betrieb.

In ihrer speziellen Aufgabe als verantwortliche Elektrofachkraft sind sie zusätzlich anderen Mitarbeiten weisungsbefugt. Sollten also mehrere Personen an der Beleuchtungsanlage arbeiten, so müssen Sie deren Arbeiten koordinieren und überwachen. Bei fachlichen Konflikten stellen Sie ebenfalls den ersten Ansprechpartner dar.

Abgrenzung zu anderen Begriffen

Die Abgrenzung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten, kurz EFKffT, ist einfach. Eine EFKffT hat durch eine spezielle Unterweisung die nötige Fachkenntnis erworben, um bestimmte, sich wiederholende Elektroarbeiten auszuführen. Dabei hat sie allerdings nicht den gleichen Stand einer richtigen Elektrofachkraft. Außerhalb ihres spezifischen Arbeitsbereichs gilt die EFKffT grundsätzlich immer als Laie.

Als Elektrofachkraft (EFK) darf sich bezeichnen, wer aufgrund seiner Ausbildung und Berufserfahrung die Elektroarbeiten beurteilen und Gefahren erkennen kann. Um als Elektrofachkraft zu zählen, müssen Sie also eine elektrotechnische Ausbildung und tiefgreifende Kenntnisse im entsprechenden Fachgebiet besitzen. Umgekehrt sind Sie aber nicht automatisch global EFK, weil Sie eine Ausbildung im Elektrobereich abgeschlossen haben. Für den Aufstieg einer Elektrofachkraft zur verantwortlichen Elektrofachkraft ist in jedem Fall eine weitere Schulungsmaßnahme nötig.

Der Unterschied zur befähigten Person besteht in der Weisungsbefugnis. Während die verantwortliche Elektrofachkraft Führungsaufgaben wahrnimmt, ist die befähigte Person (bP) nur für die Prüfung von Arbeitsplätzen verantwortlich. Sie besitzen in einer Position als befähigte Person keinerlei Weisungsbefugnis gegenüber anderen Elektrofachkräften. Die Gemeinsamkeit besteht allerdings darin, dass auch für eine befähigte Person eindeutige Anweisungen in schriftlicher Form existieren müssen.

Bestellung zur verantwortlichen Elektrofachkraft

Die Bestellung als verantwortliche Elektrofachkraft hat aus Haftungsgründen in jedem Fall schriftlich zu erfolgen. Weiterhin müssen die Pflichten der vEFK möglichst genau geregelt sein. Dies könnten zum Beispiel die fachliche Abnahme von Arbeiten, Organisation von Fortbildungen oder Einweisung von externen Elektrofachkräften sein. Aufgrund des komplexen Arbeitsbereichs sollten am besten Personen zur vEFK ernannt werden, die über eine verantwortungsvolle Arbeitsweise verfügen und mit den Abläufen innerhalb des Unternehmens vertraut sind.

Die vEFK ist bei Bedarf grundsätzlich vom Unternehmer zu bestellen. In einer großen Handwerksfirma würde also der Geschäftsführer selbst eine verantwortliche Elektrofachkraft ernennen. Da mindestens ein Handwerksmeister im Elektrofachbetrieb angestellt sein muss und dieser ohnehin die fachliche Aufsicht übernimmt, fällt die Wahl hier in der Regel einfach. Sind mehrere Führungskräfte mit gleichem Abschluss angestellt, wird meist die Person mit der längeren Betriebszugehörigkeit bevorzugt.

Bei größeren Unternehmen kann der Geschäftsführer allein aufgrund der Größe meist nicht mehr alle derartigen Aufgaben selbst wahrnehmen. Er wird daher beträchtliche Teile der Führungsverantwortung an Angestellte mit einer geeigneten Ausbildung weitergegeben. In der Folge sind diese Angestellten dafür verantwortlich, das sichere Arbeiten in ihren Betriebsteilen zu gewährleisten. Verfügen Sie selbst in dieser Position nicht über die nötige Fachkenntnis, liegt die Entscheidung bei Ihnen, wer für die Aufsicht der elektrotechnischen Arbeiten zuständig sein soll.

Ein Musterformular für die Bestellung zur verantwortlichen Elektrofachkraft erhalten Sie unter dem nachfolgenden Link.