Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten bei der Installation einer Steckdose

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten


Der Weg zur Elektrofachkraft führt normalerweise über eine mehrjährige Ausbildung. Erst mit dem Status der Elektrofachkraft darf eine Person beispielsweise eine Erstinbetriebnahme durchführen. Da es für einige Gewerke allerdings wichtig ist, Elektroarbeiten selbst durchführen zu können, wurde die Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten ins Leben gerufen. Was das genau bedeutet und wie Sie diesen Status erlangen, wird in diesem Artikel näher erläutert. Des Weiteren haben Sie die Möglichkeit ein kostenloses Musterformular für die Bestellung einer Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten anzufordern.

Definition: Was ist eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten?

Eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten, kurz EFKffT, erhält für einen speziellen Bereich annähernd die Befugnisse einer Elektrofachkraft. Die Kenntnis dieses speziellen Bereichs wird in einer mehrtägigen Schulung bei einem anerkannten Bildungsträger vermittelt. Anschließend folgt eine Prüfung in der Anwendung der vermittelten Lerninhalte. Die Schulung besteht aus einem Grundmodul und einem Fachmodul.

Bei Bestehen der Prüfung erhalten EFKffT die Erlaubnis, „gleichartige, sich wiederholende elektrotechnische Arbeiten an Betriebsmitteln, die vom Unternehmer in einer Arbeitsanweisung festgelegt sind“ eigenständig auszuführen. Festgelegt ist diese Definition in den Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen BGG 944. Zu beachten: Diese Person ist keine Elektrofachkraft, sondern verfügt nur in ihrem Bereich über Spezialwissen. Sobald sich Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten außerhalb ihres klar definierten elektrotechnischen Arbeitsbereichs aufhalten, gelten sie als elektrotechnische Laien. 

Abgrenzung zum elektrotechnischen Laien und elektrotechnisch unterwiesenen Person 

Die Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten darf – im Gegensatz zum elektrotechnischen Laien (eL) und der elektrotechnisch unterwiesenen Person (euP) – in ihrem Spezialbereich eigenständig arbeiten und reagieren. Sie ist in der Lage, Abschaltungen vorzunehmen, die Spannungsfreiheit zu prüfen und alle nötigen Arbeiten ohne Anleitung durchzuführen. Die Anwesenheit oder Kontrolle durch eine verantwortliche Elektrofachkraft (vEFK) ist nicht nötig. 

Elektrotechnische Laien dürfen lediglich Leuchtmittel und Starter tauschen, FI-Schutzschalter prüfen sowie die Anlage im Fehlerfall abschalten. Die euP hingegen darf eine Elektrofachkraft bei verschiedenen Arbeiten unterstützen, besitzt jedoch keine Erlaubnis zum eigenständigen Agieren. Diese Befugnis kann nur durch eine Ausbildung zur EFKffT oder vollwertigen EFK erworben werden. 

Schulung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten

Bildungsträger setzen entweder eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung oder elektrotechnische Grundkenntnisse sowie eine persönliche Eignung voraus. Alle Anwärter müssen ein Grundmodul durchlaufen, in dem Grundlagen der Elektrotechnik und Gefahren beim Umgang mit elektrischen Spannungen vermittelt werden. Je nach Gewerk ist anschließend ein zugehöriges Fachmodul zu absolvieren. Dort werden die Anwärter speziell auf ihre später zu verrichtende Arbeit vorbereitet. Dabei umfasst jedes Modul 40 Unterrichtsstunden. 

Fachmodule können in folgenden Berufsfeldern absolviert werden:

  • Möbel- und Küchenmonteure
  • Heizungs- und Lüftungsbaumonteure
  • Wasserversorgungstechniker
  • Rolladen-, Fenster-, Tür- und Toranlagenmonteure
  • Monteure im Maschinenbau
  • Monteure von Photovoltaikanlagen 

Typische Arbeiten einer Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten

In der Regel verfügt der Monteur eines Montageteams über diese Zusatzqualifikation. Während sich die Kollegen um mechanische Verbindungen und Schönheitsarbeiten kümmern, nehmen Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten den elektrischen Anschluss einer Maschine oder des Gerätes vor. Dabei sind sie befugt, den Stromkreis abzuschalten, Leitungen zu verlegen und den Anschluss eigenmächtig durchzuführen

Ein Küchenmonteur kennt beispielsweise den Unterschied zwischen einem einphasigen und dreiphasigen Anschluss. Die Installation darf dieser selbst in Betrieb nehmen und dokumentieren. Diese Tätigkeit umfasst den gleichen Aufgaben, den auch eine Elektrofachkraft ausführen würde.

Begrenzte Arbeitsbereiche und Bestellung

Der Arbeitsbereich einer EFKffT ist deutlich begrenzt. Die Fachkräfte verfügen zwar über eine spezielle Kenntnis in einem bestimmten Bereich, gelten jedoch außerhalb davon als Laie. Eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten im Heizungsbau darf beispielsweise weder einen Elektroherd noch einen elektrischen Torantrieb anschließen. Seine Aufgaben und Rechte werden in der Bestellung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten durch den Arbeitgeber festgehalten.

Für die Befugnis, auch andere Arbeiten ausführen zu dürfen, bleibt nichts anders übrig als an einer erneuten Schulung teilzunehmen. Hier ist es möglich einen Lehrgang zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten in dem entsprechenden Bereich oder die Ausbildung zur Elektrofachkraft zu absolvieren.

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Befugnisse einer EFKffT im Bereich der Beleuchtungsanlagen

Einsatzmöglichkeiten im Bereich von Beleuchtungsanlagen sind ebenfalls stark eingeschränkt. Die Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten darf Leuchten und Hilfsmittel wie Starter eigenständig tauschen. Auch das Trennen der Leuchte vom Netz und der Wiederanschluss gehören dazu. Fortschreitende Arbeiten sind untersagt.

Die Installation und Inbetriebnahme von Beleuchtungsstromkreisen gehört ganz klar nicht zu den Aufgaben. Hier muss zwischen einer Erstinbetriebnahme und einer Wiederinbetriebnahme unterschieden werden: Die Erstinbetriebnahme muss unabhängig von der Art der Anlage durch eine Elektrofachkraft vorgenommen werden. Auch der Austausch von ganzen Leuchten oder die Überprüfung der Absicherung nach einer Veränderung der Beleuchtungsanlage fallen eindeutig in den Bereich einer Elektrofachkraft. 

Fazit: EFKffT – Handwerkliche Fachkraft mit elektrotechnischer Zusatzqualifikation

Eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten ist eine handwerkliche Fachkraft mit einer elektrotechnischen Zusatzqualifikation. Das Tätigkeitsfeld ist jedoch auf den Bereich beschränkt, in welchem die EFKffT geschult wurde und eine Prüfung abgelegt hat. Der Aufgabenbereich muss in einer Unterweisung schriftlich festgelegt werden. Sie ersetzt zwar keine vollwertige Elektrofachkraft, darf aber eigenständig Elektroarbeiten ausführen und kann somit Prozesse beschleunigen.

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